Stadtgeschichte

Augsburg ist mit ca. 280.000 Einwohnern eine kreisfreie Großstadt und gilt damit als drittgrößte Stadt im Freistaat Bayern. Der Name lässt sich auf das hiesige, frühere römische Heerlager Augusta Vondelicorum zurückzuführen, welches 15 v. Chr. gegründet und später zur Provinzhauptstadt ernannt wurde. Dieses Datum ist auch heute noch das offizielle Gründungsdatum der Stadt Augsburg. Somit zählt sie zu den ältesten Städten Deutschlands. Des Weiteren ist Augsburg die einzige Stadt mit einem eigenen Feiertag, denn am 8. August wird das Augsburger Hohen Friedensfest gefeiert.

Mittelalter
Die Kämpfe zwischen Bayern und Franken in der Zeit von Karl dem Großen hinterließen Spuren in Augsburg. Ein Aufschwung kam jedoch gegen Ende des Frühmittelalters, als Kaiser Otto I. zusammen mit Bischof Ulrich von Augsburg die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld 955 n. Chr. südlich der Stadt besiegte. Durch die zentrale Lage an alten Fernstraßen, wie der Via Claudia Augusta, entwickelte sich Augsburg mit der Zeit zu einer bedeutenden Handelsstadt, die gute Beziehungen zu Hansestädten an Nord- und Ostsee, sowie Italien besaß.

Fuggerfamilie
Der Beginn des bekannten Aufstiegs der Fuggerfamilie war 1367, als sich der Webermeister Hans Fugger in Augsburg niedersetzte und mit kaufmännischem Geschick eines der führenden Handelshäuser Europas entwickelte. Fast 100 Jahre später war der Nachkomme Jakob Fugger der 7. reichste Augsburger Bürger und der Name „Fugger“ wurde zum Synonym für Reichtum und politischen Einfluss. Neben der Entwicklung eines Bilanzierungssystems, waren die Übernahme von Geldgeschäften für die römische Kurie und geschäftliche Verbindungen zum Haus Habsburg wichtige Einflussfaktoren. Der Besitz von Handelszentren in Venedig und Nürnberg verstärkte zusätzlich den Anstieg von Vermögen und politischem Einflusses. Die Fuggerfamilie fungierte auch als Bank für Päpste, Kaiser und Könige und handelte mit unterschiedlichen Gütern, so zum Beispiel mit Kupfer oder auch Nachrichten.

Neuzeit
Der Zuzug von Günther Zainers 1468 verursachte das Aufblühen des Buchdrucks in Augsburg. Neben geistlicher Literatur und Arzneibüchern erlangte Augsburg in der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert eine bedeutende Position für Verlagsorte in Europa. Eines der bedeutendsten Werke in der Renaissance, „Theuerdank“ von Johann Schönsperger, wurde in Augsburg illustriert. Auf Grund der Kaufmannsfamilien Fugger und Welser entwickelte sich Augsburg 1547 zu einem wichtigen Wirtschafts- und Handelszentrum. Letztendlich wurde es während des 30-jährigen Krieges am 20. April 1632 von der schwedischen Armee eingenommen.

Augsburg in den letzten 200 Jahren
Das zuvor von Patrizierfamilien, wie der Welserfamilie beherrschte Augsburg verlor 1805 auf Grund des Friedensvertrages von Pressburg den Status der Rechtsfreiheit und fiel an Bayern. Durch die Entwicklung zum Zentrum für Maschinenbau und Textilindustrie stieg die Bedeutung der Stadt im 19. Jahrhundert weiter an. So hat z.B. MAN, das Unternehmen in dem Rudolf Diesel 1892 den Dieselmotor erfand, heute noch seinen Hauptsitz in Augsburg.
Zur gleichen Zeit erschien damals eine der bedeutendsten deutschen Tageszeitungen: die „Allgemeine Zeitung“, ein Vorläufer der heutigen „Augsburger Allgemeinen“.
Während des 2. Weltkrieges errichtete dann die Messerschmidt AG zur Rüstungsproduktion eine Flugzeugfabrik. Diese und auch das MAN Gelände wurden später Hauptziele der Bombenangriffe und erlitten erhebliche Schäden. Nicht nur die Industriegebäude wurden zerstört, sondern auch der Rest der Stadt wurde stark angegriffen. Beim Wiederaufbau der Stadt wurde jedoch vieles originalgetrau rekonstruiert, wodurch die Innenstadt auch heute noch durch eine schöne Altstadt geprägt ist. 1999 erlitt Augsburg mit dem Pfingsthochwasser eine schwere Naturkatastrophe, da der Anstieg von Wertach und Lech Schäden in Höhe von mehreren Millionen verursachte. Heutzutage ist Augsburg eine Universitätsstadt mit über 20.000 Studierenden, die seit 1970 an der Universität lernen und forschen können.

Quelle: www.augsburg.de sowie eigene Texte